In dem kleinen Städtchen Panenský Týnec steht eines der ungewöhnlichsten gotischen Bauwerke Tschechiens - eine Kirche, die nie fertiggestellt wurde und gerade dadurch beeindruckender wirkt als so manches vollendete Gotteshaus. Das monumentale Presbyterium und ein Fragment des Langhauses ragen wie ein steinernes Skelett in den Himmel, besonders bei Sonnenuntergang ein unvergesslicher Anblick.
Der Bau wurde wahrscheinlich 1316 von Plichta von Žerotín initiiert, die Hauptbauarbeiten führte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die berühmte Bauhütte Peter Parlers durch. Ein Brand des benachbarten Klosters 1382 zwang die Baumeister zu geänderten Plänen, später verhinderten Geldmangel und der Bau des barocken Glockenturms nach einem Turmbrand 1744 endgültig die Vollendung des ursprünglichen zweitürmigen Klosterkirchenkonzepts. Heute schaffen die erhaltenen Mauern, das gotische Portal mit den Žerotín-Adlern und der einsame Glockenturm eine geheimnisvolle Atmosphäre, die nicht nur Touristen, sondern auch Brautpaare anzieht, die einen außergewöhnlichen Ort für ihre Trauung suchen.
AnreiseManche Rutengänger behaupten, die Kirche stehe auf einer starken kreuzförmigen Energiezone, an der sich zwei Kraftlinien überschneiden - diese Energie soll angeblich Depressionen und Kopfverletzungen heilen und Optimismus ins Leben bringen.