Der Radelstein (753 m ü. NHN), auf Tschechisch Hradišťany, ist der zweithöchste Gipfel des Böhmischen Mittelgebirges — ein stiller, weitläufiger Bergrücken, auf dem urzeitliche Geschichte und eine artenreiche Bergwiese aufeinandertreffen. Wer hier heraufsteigt, findet eine Landschaft, die sich wohltuend von den üblichen Aussichtsgipfeln unterscheidet.
Der Berg besteht aus Nephelinit und Trachyt. Sein flacher, sanft geneigter Gipfelbereich wird von steilen Hängen mit Frostabbrüchen, Geröllhalden und Blockströmen eingefasst, die von Buchen, Fichten und Ahornwäldern bedeckt sind. Oben öffnet sich das Gelände zu einer offenen Wiese — dem Naturschutzgebiet Hradišťanská louka. In der Blütezeit zeigen sich seltene Arten wie Trollblume, Türkenbund-Lilie, Schmalblättriges Lungenkraut und Silberwurz. Die Stimmung ist ruhig und ein wenig geheimnisvoll, besonders im Morgennebel.
So erreicht man den GipfelAuf dem Plateau sind die Doppelwälle einer vorgeschichtlichen Wallburg der Knovízer Kultur (8.–6. Jh. v. Chr.) noch deutlich zu erkennen — stellenweise bis zu zwei Meter hoch, ein eindrucksvolles Zeugnis bronzezeitlicher Siedlungsgeschichte im Böhmischen Mittelgebirge.