Dźwiniacz Górny ist einer jener stillen Orte in den Bieszczady-Bergen, die mehr durch ihre Abwesenheit erzählen als durch das, was noch da ist. Das ehemalige Dorf existiert heute nicht mehr — übrig geblieben sind wilde Natur, offene Hügel und eine schwere, bewegende Geschichte im äußersten Osten der polnischen Karpaten.
Das Gebiet liegt in der Gemeinde Lutowiska, im Schulzenamt Stuposiany. Die Landschaft ist typisch für die Bieszczady: sanft geschwungene Hügel, dichte Buchen- und Fichtenwälder, dazwischen weite Wiesen. Im Frühling erwacht alles in leuchtendem Grün, im Sommer duftet es nach Wildkräutern, der Herbst malt die Hänge in Gold und Rostrot — wohl die schönste Jahreszeit hier. Der Winter verwandelt die Gegend in eine schweigsame, kaum besuchte Einöde.
AnreiseEinst lebten hier über 1.500 Menschen — Griechisch-Katholiken, Juden und Polen — in einem bunten Miteinander. 1946 wurde das Dorfgebiet zwischen Polen und der Sowjetukraine aufgeteilt. Ein Spaziergang durch diese Stille ist eine stille Verbeugung vor einer verschwundenen Welt.