Der Wołowy Garb (1248 m ü. d. M.) ist einer jener stillen Gipfel in den Bieszczady, die man von einem Nachbarberg aus erblickt und sofort wissen möchte, was sich dort oben verbirgt. Der breite, flach gewölbte Rücken zweigt östlich vom Halicz ab und besitzt einen ganz eigenen, ruhigen Charakter.
Die Gipfelpartien sind von offenen Bergwiesen bedeckt — den sogenannten Połoniny — die im Sommer sattgrün leuchten, im Herbst in warmen Braun- und Rottönen brennen und im Winter in eine schweigsame Schneelandschaft versinken. Vom benachbarten Halicz oder vom Rozsypaniec aus ist der Wołowy Garb als markante, rechteckige Silhouette am Horizont zu erkennen — weshalb Wanderer ihn scherzhaft 'den Sarg' nennen. Vom Halicz trennt ihn nur der kleine Sattel Sidło.
Anstieg zum GipfelDer Name 'Wołowy' — zu Deutsch etwa 'der Rinder' — verweist auf eine verschwundene Welt: Bis 1945 trieben die Bewohner der Dörfer Tarnawa, Bukowiec und Wołosate ihr Vieh auf diese Hänge, und die Połoniny des Wołowy waren ein lebendiger Teil des Hirtenwesens, das heute zur Geschichte gehört.