Auf der Kalatówki-Wiese, direkt neben dem Kloster der Albertinerinnen, steht eine bescheidene Holzhütte mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Es ist die Einsiedelei von Bruder Albert, eigentlich Adam Chmielowski, einem Maler, der Staffelei gegen Ordensgewand tauschte und sein Leben den Armen widmete. Der Ort zieht bis heute Pilger und Geschichtsinteressierte an, die Zakopane erkunden.
Das schlichte, zweiräumige Gebäude mit kleiner Veranda und schmalem Vorraum fügt sich perfekt in die Landschaft am Fuße der Tatra ein. Ein Raum wird fast vollständig von einer schmalen Holzpritsche eingenommen – der Zelle Bruder Alberts – der andere beherbergt heute eine Gedenkstube mit Büchern, Postkarten und Bildern. Die Umgebung von Kalatówki begeistert zu jeder Jahreszeit: im Sommer mit grünen Almen und Wäldern, im Winter mit stiller, schneebedeckter Landschaft. Ein Besuch hier bedeutet mehr als nur Aussicht – es ist ein Moment der Besinnung an einem Ort, den einst Żeromski, Witkiewicz und Conrad besuchten und an dem 1997 Papst Johannes Paul II. betete.
AnreiseInteressant ist, dass Stefan Żeromski gerade in der Kapelle des Albertinerinnen-Klosters die Handlung seines Romans Die Bekehrung des Judas ansiedelte – eine literarische Spur, die diesem ruhigen Winkel der Tatra noch mehr Charme verleiht.