Der Rote Turm des Todes ist kein klassischer Aussichtspunkt, sondern ein Ort, der durch seine schonungslose industrielle Geschichte tief beeindruckt. Der siebenstöckige Backsteinturm bei Vykmanov, in der Gemeinde Ostrov im Karlsbader Land, diente in den 1950er Jahren als Erzsortieranlage des kommunistischen Arbeitslagers Vykmanov II, in dem politische Häftlinge ohne jeglichen Schutz radioaktives Uranerz verarbeiten mussten. Heute ist er ein Nationales Kulturdenkmal und Teil des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.
Die Atmosphäre hier ist schwer und nachdenklich stimmend — die roten Ziegel, aus denen der Turm gebaut ist, erinnern nicht nur an die Farbe des Materials, sondern auch an das Blut der Häftlinge, die hier litten und starben. Seit dem Abriss der ehemaligen Škoda-Trolleybus-Fabrikhallen im Jahr 2019 ist die Umgebung deutlich offener, wodurch der Turm heute schon von Weitem sichtbar ist und seine bedrückende Präsenz vor der Kulisse des Erzgebirges noch stärker zur Geltung kommt.
Anfahrt zum AussichtspunktWissenswert: Im Turm wurden die härtesten Arbeiten aller Uranbergwerke der Region verrichtet — die Häftlinge selbst gaben ihm seinen düsteren Beinamen, inspiriert sowohl von der Ziegelfarbe als auch von der hohen Zahl der Todesfälle.