Das Ruské sedlo (801 m ü.d.M.) ist einer jener stillen Karpatenpässe, an denen ein einziger Schritt über eine Staatsgrenze genügt, um in eine völlig andere Landschaft einzutauchen. Zwischen den Gipfeln Rypi Wierch und Okrąglik in den Westlichen Bieszczady gelegen, bietet der Pass einen weiten Blick auf die slowakischen Bukovské vrchy — unberührt, ruhig und weit abseits der Touristenströme.
Die Landschaft rund um den Pass ist sanft hügelig und dicht bewaldet, mit den schönsten Aussichten nach Süden in Richtung Slowakei. Im Frühling erwachen die Wiesen in sattem Grün, im Sommer herrscht angenehme Kühle, und der Herbst verwandelt die Hänge in ein Meer aus Gold und Rot — die schönste Zeit für einen Besuch. Der Pass liegt auf der Wasserscheide: Nach Norden fließt der Bach Roztoczka ab, nach Süden entwässern Zuflüsse des Flusses Cirocha in die Slowakei.
Wie man den Aussichtspunkt erreichtDieser Übergang diente seit dem 16. Jahrhundert als wichtige Route zwischen Kleinpolen und Ungarn. Im November 1914 führte General Lawr Kornilow seine Division hier eigenmächtig durch die Karpaten — ein riskanter Angriff auf austro-ungarische Stellungen, der mit einer schweren russischen Niederlage endete.