Das Hotel Ještěd ist eines der unverwechselbarsten Bauwerke Mitteleuropas — ein futuristischer Fernsehturm und ein Hotel in einem, der wie eine Rakete aus dem Gipfel des Berges Ještěd bei Liberec ragt. Kein bloßer Aussichtspunkt, sondern ein lebendes Stück Architekturgeschichte: ausgezeichnet mit dem renommierten Auguste-Perret-Preis und zum bedeutendsten tschechischen Bauwerk des 20. Jahrhunderts gewählt.
Vom Gipfel auf 1.012 Metern Höhe schweift der Blick über das Isergebirge, das Riesengebirge und bei klarer Sicht sogar bis zur Schneekoppe. Im Winter steckt der Turm oft in einem Wolkenmeer, was ihm eine fast unwirkliche, kosmische Atmosphäre verleiht. Sommer und Herbst bieten die klarsten Panoramen — doch der Wind, der hier regelmäßig 80 km/h erreicht, erinnert daran, dass man sich auf einem echten Berggipfel befindet. Architekt Karel Hubáček entwarf den Hyperboloid-Bau bewusst so, dass er die natürliche Silhouette des Berges nicht stört, sondern vervollständigt.
So erreicht man den AussichtspunktEin bemerkenswertes historisches Detail: Vom 25. bis 27. August 1968, kurz nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei, sendete von hier das 'Freie Studio Nord' — unter den Sprechern war auch Václav Havel. Eine Gedenktafel erinnert noch heute an diesen Moment.