Der Stausee Slezská Harta ist der jüngste der großen Talsperren Tschechiens und einer der schönsten — eine fast 9 km² große Wasserfläche, die sich tief in die sanften Hügel des Niederen Gesenkes bei Bruntál (Freudenthal) einschneidet. Auf der Landkarte erinnert sein verschlungener Umriss an einen chinesischen Drachen, und die zahlreichen bewaldeten Buchten machen jeden Spaziergang entlang des Ufers zu einem kleinen Entdeckungsausflug. Hier findet man Ruhe, Natur und einen unaufgeregten Charme abseits des touristischen Mainstreams.
Die Umgebung ist geprägt von gemischten Wäldern, die sich bis ans Wasser heranziehen. Im Frühjahr spiegeln sich frische Grüntöne im stillen See, im Herbst leuchten die Hänge in warmen Gold- und Rottönen. Sommers beleben Kanus und Tretboote die Buchten, und Rundfahrten auf dem See ermöglichen einen ungewöhnlichen Blick auf die Landschaft. Der mächtige Schüttdamm am östlichen Ende der Talsperre ist selbst ein beeindruckendes Ingenieurbauwerk.
Anreise und ZugangswegeAm östlichen Ufer steht die Kirche des Heiligen Johannes von Nepomuk im einstigen Dorf Karlovec — das einzige Gebäude, das beim Anstau in den 1990er Jahren bewusst verschont wurde. Es erhebt sich heute still über den Wasserspiegel als bleibendes Zeugnis der versunkenen Gemeinden dieses Tals.