Das Naturreservat Travný liegt an den steilen Westhängen des Berges Travný (1.204 m ü. M.) in den Mährisch-Schlesischen Beskiden und zählt zu den wildesten und ursprünglichsten Fleckchen der tschechischen Mittelgebirge. Dank der schwer zugänglichen Hänge blieben die Wälder hier über Jahrhunderte nahezu unberührt — und beherbergen heute Braunbären, Eurasische Luchse und Wölfe, die einzigen drei Großraubtiere, die in Tschechien gemeinsam vorkommen.
Das Reservat umfasst knapp 155 Hektar und überwindet auf kleinem Raum bis zu 673 Höhenmeter — eines der größten Höhengefälle unter den kleinen Schutzgebieten Tschechiens. Dieser Gradient sorgt für eine bemerkenswerte Vielfalt der Vegetation: In den unteren Lagen dominieren Rotbuche und Weißtanne, weiter oben mischen sich Fichten hinzu, und in den höchsten Zonen finden sich Bergkiefern und Grünerlen. Im Herbst leuchten die Buchenwälder in tiefem Gold und Kupfer, im Frühjahr blüht das Waldboden-Kraut mit dem karpatischen Endemiten Drüsenzahnwurz auf. Tief eingeschnittene Wildbäche, Felsmeere und schroffe Hänge verleihen dem Gebiet den Charakter echter Urwildnis.
Anreise und ZugangswegeEin besonderes Highlight ist der Feuersalamander, der in den feuchten Schluchten des Reservats lebt, sowie die Drüsenzahnwurz — ein karpatischer Endemit, der hier im Krautlayer gedeiht. Das Reservat wartete Jahrzehnte auf seinen offiziellen Schutzstatus, den es schließlich im Jahr 2000 erhielt.