Der Untere Gemsensee ist der größte der Gemsenseen in der Hohen Tatra — ein stiller Karsee, der sich hinter einem niedrigen Moränenwall auf der Ostseite des dritten Talbodens des Mühlbachtals verbirgt. Wer hier ankommt, versteht sofort, warum dieser Ort seit Generationen Wanderer in seinen Bann zieht.
Der See liegt auf 1.941 m ü. M., bedeckt eine Fläche von 7.800 m² und ist mit 2,2 m Tiefe ausgesprochen flach. Die eigentliche Wucht liegt in der Kulisse: Im Osten ragen die Felswände des Satan und der Zadná Bašta empor, im Norden schließt ein Kamm mit dem Štrbský štít den Horizont, im Westen öffnet sich der Blick auf die Solisko-Gipfel und den Bystré-Sattel. Im Sommer spiegelt das klare Wasser die Granitgipfel, im Herbst leuchten die Hänge in warmen Erdtönen, im Winter versinkt das ganze Becken in Schnee und Stille.
Anreise und ZugangDen Namen verdankt der See dem Spišskonovoveský Naturkundeprofessor Julius Geyer, der 1877 am Ufer dieses damals namenlosen Sees eine so große Gemsherde antraf, dass er ihn kurzerhand 'Gemsensee' taufte — ein Name, der bis heute in der deutschen Bezeichnung fortlebt.