Die Mährische Pforte ist einer der bedeutendsten natürlichen Durchgänge Mitteleuropas — eine rund 70 Kilometer lange, flache Senke zwischen dem Vorgebirge der Beskiden und dem Niederen Gesenke, die das Donaubecken mit der Ostseeregion verbindet. Schon seit der Urgeschichte nutzten Menschen und Tiere diesen Korridor, und auch heute spürt man hier die besondere Energie eines Ortes, der Welten verbindet.
Die Landschaft ist weit und einladend: sanfte Ebenen und leicht hügelige Flächen, flankiert von fernen Gebirgszügen. Durch die Pforte fließen zwei Flüsse in entgegengesetzten Richtungen — die Bečva nach Südwesten zum Schwarzen Meer und die Oder nach Nordosten zur Ostsee. Ihre Wasserscheide liegt in einem flachen Sattel bei Bělotín auf gerade einmal 311 Metern über dem Meeresspiegel und ist an der Straße I/47 durch ein markantes Betonmonument gekennzeichnet. Im Frühling blühen die Auenwälder, im Sommer laden Flussuferwege und Radrouten ein, im Herbst leuchten die Wiesen golden, und im Winter bieten sich weite, klare Aussichten über das Tal.
Ein Großteil der Mährischen Pforte liegt im Landschaftsschutzgebiet Poodří, wo mäandrierende Altarme der Oder, Auwälder und mehrere Naturschutzgebiete seltene Lebensräume bewahren — ein Paradies für Vogelbeobachter und Naturfreunde.
Anreise und AusgangspunkteBereits die uralte Bernsteinstraße führte durch diesen Korridor, und im 19. Jahrhundert folgte ihr die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn — eine der ersten und wichtigsten Eisenbahnlinien der Habsburgermonarchie, die Wien mit Galizien verband. Heute nutzen Autobahn D1 und ein paneuropäischer Eisenbahnkorridor dieselbe natürliche Route.
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