Der Gerlachowski Kocioł (slowakisch: Gerlachovský kotol) ist einer der am besten ausgebildeten eiszeitlichen Kare der gesamten Tatra — ein wilder, ursprünglicher Kessel, der durch seine markante Form schon aus großer Entfernung ins Auge fällt. Er liegt auf einer Höhe von 2.010 bis 2.140 m ü. d. M., umfasst etwa 0,4 km² und wird von den Graten des Kleinen Gerlach eingerahmt. Wer die unberührte Hochgebirgsnatur der Tatra abseits des Trubels sucht, wird hier fündig.
Der Karboden ist von Geröll bedeckt, und auf der Südseite schließt ein nahezu waagerechter Stadialmöranen-Wall den Kessel zur Stos-Tal hin ab. Ein oberirdischer Abfluss fehlt völlig, was der Landschaft etwas Mondartiges, beinahe Surreales verleiht. Im Herbst, wenn die ersten Schneeflocken die Grate puderzuckern und die Luft glasklar ist, eröffnen sich atemberaubende Ausblicke. Im Winter versinkt das Kar in Stille und Weiß — eine Einsamkeit, die Miklós Szontagh Sr. als erster zu schätzen wusste, als er den Kessel zwischen 1873 und 1880 erstmals im Winter besuchte. Im Sommer führt ein unmarkierter Pfad durch das Kar hinauf zum Gerlach, dem höchsten Gipfel der Tatra.
Anreise und ZugangWissenswertes: Die markante Form des Kars war so einprägsam, dass polnische Autoren Mitte des 19. Jahrhunderts den benachbarten Kleinen Gerlach als 'Kotłowy Szczyt' — den 'Kesselpeak' — bezeichneten, ein Name, der in der slowakischen Toponomastik bis heute fortlebt.