Das Rumantal (slowakisch: Rumanova dolinka) ist eines der einsamsten Täler der slowakischen Hohen Tatra — karg, felsig und nahezu völlig abseits des Tourismus. Wer echte Wildnis sucht, abseits jedes Massenbetriebs, wird hier fündig.
Das Tal ist der nördlichste Seitenast des Zlomisková-Tals (Schutttal) und zweigt auf der Zlomiská-Ebene von diesem ab. Mächtige Grate umrahmen es von allen Seiten: im Südwesten der Seitenkamm der Vysoká über Dračí štít und Ošarpance bis zur Rumanowa-Kuppe, im Norden der imposante Hauptkamm der Hohen Tatra mit Ganek, Rumanov štít und Zlobivá. Die Landschaft ist dramatisch und herb — riesige Felsblöcke, Geröllhalden, grasige Absätze und stille Bergseen ergeben eine Kulisse, die ans Ende der Welt erinnert. Im Tal liegen die Rumanové plesá: das Rumanovo pleso sowie das Vyšné und Nižné Rumanovo pliesko. Bemerkenswert ist das vollständige Fehlen eines ständigen Baches — Wasser tritt erst an der Schwelle einige Dutzend Meter oberhalb der Zlomiská-Ebene in Erscheinung, wo es durch ein weites Feld riesiger, grasbewachsener Felsbrocken sickert.
Anreise und ZugangDas Tal wurde nach Ján Ruman Driečny dem Jüngeren benannt, einem angesehenen Tatra-Bergführer, dessen Andenken in diesem wilden und kaum besuchten Winkel der Hohen Tatra weiterlebt.