Das Kasstenbergtal ist einer der wildesten und abgelegensten Winkel der Hohen Tatra — ein kleines, geschlossenes Gletschertal, das ringsum von einer Mauer aus Gipfeln umgeben ist und über keinen markierten Wanderweg verfügt. Genau diese Unzugänglichkeit macht es zu einem der am besten erhaltenen Naturräume des gesamten Gebirges.
Das Tal trägt einen ausgeprägten glazialen Charakter: eine terrassenförmige Landschaft aus makellos erhaltenen Moränen, Bergseen und grasigen Rücken voller alpiner Flora. Eingerahmt wird es von der Bradavica (2.476 m) am Talschluss, dem Slavkovský štít (2.453 m) im Norden und dem Skrinica-Kamm (ca. 2.350 m) im Osten. Den Eingang bewacht der Moränenhügel Senná Kopa (1.848 m), dicht bedeckt mit Legföhren. Der geschlossene Teil des Tals erstreckt sich über rund drei Kilometer und fällt sanft von 2.200 m auf 1.900 m ab. Im Herzen des Tals liegt der Szontágho-See, benannt nach Mikuláš Szontág — dem Pionier der Balneologie und Gründer von Nový Smokovec.
Anreise und ZugangIm Jahr 1878 errichtete der Ungarische Karpatenverein hier eine Steinunterkunft — eine Lawine zerstörte sie vier Jahre später. Geschichte wiederholte sich 1945, als eine weitere Lawine die neu erbaute Schutzhütte vernichtete. Das Tal lässt sich nicht zähmen und bleibt bis heute so, wie es immer war — wild und frei.
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