Das Entental (slowakisch: Kačacia dolina, polnisch: Dolina Kacza) ist eines der wildesten und einsamsten Täler der Slowakischen Hohen Tatra — ein kurzes, kaum zugängliches Seitental, das mit gewaltigen Felswänden, einem Gletscherkare und versteckten Bergseen aufwartet. Wer ursprüngliche, menschenleere Berglandschaften liebt, findet hier etwas ganz Besonderes.
Das Tal gliedert sich in zwei deutliche Stufen. Die untere Stufe überrascht mit üppiger Vegetation — dichte Hochstaudenfluren, einzelne Lärchen und der smaragdgrüne Grüne Entensee (Zielony Staw Kaczy), versteckt im Latschenkieferngebüsch auf 1.576 m Höhe. Der aus dem See abfließende Bach stürzt über eine Felsstufe als Entenfall (Kacza Siklawa) mit einer Gesamthöhe von 65 Metern hinab. Die obere Stufe öffnet sich zum Kaczyboden (Kaczy Bańdzioch), einem klassischen Gletscherkar unterhalb von Zadni Gerlach, das fast immer verschneit und von Geröll bedeckt ist. Die mächtigen Wände von Ganek, Rumanov-Spitze und Zadni Gerlach spielten eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Tatra-Klettersports. Im Winter nimmt das Tal einen arktischen Charakter an und wird fast ausschließlich von erfahrenen Alpinisten aufgesucht.
Anreise und ZustiegDer Sage nach erscheint in der Johannisnacht eine verzauberte Ente auf dem Grünen See, legt ein goldenes Ei und verschwindet in einem Felsspalt — eine charmante Legende, die dem stillen, verlassenen Tal eine geheimnisvolle Note verleiht.