Der Langer See — auf Slowakisch Dlhé pleso — liegt auf 1945 m Höhe im mittleren Teil des Velická-Tals in den slowakischen Hohen Tatra und ist eines jener stillen Juwele, die man als Wanderer so schnell nicht vergisst. Eingebettet in eine Felsmulde am Fuß des gewaltigen Gerlach-Massivs — dem höchsten Gipfel der Tatra — verströmt dieser kleine Bergsee eine fast magische Ruhe.
Mit seinen Ausmaßen von 185 × 61 m und einer Tiefe von rund 5 m ist er zwar bescheiden, doch seine außergewöhnliche Wasserklarheit ist beeindruckend: Selbst an den tiefsten Stellen ist der Seegrund deutlich zu erkennen. Die umliegenden Schuttrinnen — der Žľab Karczmarza und der Žľab Darmstädtera — liefern ständig neues Geröll, das den See langsam auffüllt. Im Winter liegt die gesamte Mulde unter meterhohem Schnee und wirkt wie eine arktische Einöde. Im Sommer schimmert das Wasser in satten Blau- und Grüntönen, und aus dem See entspringt das Velická-Wasser, das weiter durch den Vyšný Velický záhrad fließt.
Anreise und ZustiegWissenswertes: Der See wird seit Jahrzehnten allmählich von Geröllmassen zugeschüttet — ein langsamer, aber unaufhaltsamer natürlicher Prozess, der ihn eines Tages verschwinden lassen wird.