Mała Krótka gehört zu jenen Tatra-Gipfeln, die nie in Wanderkarten auftauchen, aber gerade deshalb einen echten wilden Hochgebirgsgrat-Charakter bewahrt haben. Dies ist ein Ziel für Bergsteiger und Gratkletterer, nicht für Wanderer - und genau darin liegt sein Reiz.
Der Gipfel liegt am Jamská-Grat, einem Seitenarm des Hauptkamms der Hohen Tatra, der sich beim Gipfel Krótka vom Krywań abzweigt. Die Landschaft hier ist rau und zerklüftet - die beiden Gipfel von Mała Krótka werden durch den Krótki-Karb-Einschnitt getrennt, und weiter Richtung Jamská-Sattel zieht sich eine ganze Kette kleinerer Felsformationen, Scharten und Türmchen mit Namen wie aus einer Bergsage. Die Westhänge gehen in einen Moränenwall über dem Zelené pleso Važecké über und trennen zwei Gletscherkessel des Važecká-Tals - den Krywań- und den Jamská-Kessel. Die Osthänge fallen zum Suchá-Važecká-Tal ab. Die Ausblicke von hier sind schroff und majestätisch, besonders im Morgengrauen, wenn die Sonne den Grat von Osten beleuchtet.
Wie man den Gipfel erreichtDie Erstbesteigung von Mała Krótka gelang Alfred Martin und dem Bergführer Johann Franz senior am 21. September 1907 - seitdem bleibt dieser Gipfel das Ziel nur weniger, aber ihn nie vergessender Bergsteiger.