Dydiowa ist ein stilles, von der Geschichte vergessenes Dorf in den Bieszczady-Bergen — durch die polnisch-ukrainische Grenze geteilt, entvölkert und vom Wald zurückerobert. Wer auf der Suche nach Einsamkeit, Natur und den Spuren verlorener Kulturen ist, findet hier ein außergewöhnlich berührendes Ziel.
Das ehemalige Dorf lag am Ufer des Flusses San, eingebettet zwischen bewaldeten Hängen mit klangvollen alten Namen wie 'Kyczera', 'Muczne' oder 'Zielony Las'. Die Landschaft wechselt mit den Jahreszeiten ihr Gesicht: Im Frühling blühen auf den alten Dorfwiesen Wildblumen, im Herbst leuchten Buchen und Tannen in warmen Farben, und im Winter herrscht eine fast klösterliche Stille. Was heute noch zu sehen ist: die Ruinen eines Gutshofs, der 1960 gesprengt wurde, einige Grabsteinfragmente auf dem verwüsteten Friedhof, zwei Wegkreuze und eine Informationstafel an der Stelle der ehemaligen griechisch-katholischen Kirche, die 1956–1958 von sowjetischen Grenzsoldaten zerstört wurde.
Anreise und WegbeschreibungDer ukrainische Schriftsteller Iwan Franko besuchte Dydiowa in den 1880er Jahren und wurde hier 1890 sogar verhaftet — ein literarisches Detail, das diesem melancholischen Ort eine zusätzliche kulturelle Tiefe verleiht.