Die Dömör-kapui-Höhle ist eine kleine, aber interessante künstliche Höhle im Visegráder Gebirge nahe Szentendre in Ungarn. Einst ein Bergwerksstollen, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer sogenannten Konsequenzhöhle entwickelt - ein spannendes Beispiel dafür, wie sich die Natur ein altes Bauwerk zurückerobert.
Die Höhle liegt in einem verlassenen Andesit-Steinbruch am Bach Bükkös, ihr Eingang ist bereits von der Straße aus gut sichtbar. Der Gang ist fast 16 Meter lang und erreicht eine Höhe von knapp 4 Metern. Der erste Abschnitt zeigt noch deutlich den ursprünglichen Stollencharakter mit trapezförmigem Querschnitt und feinem Staub am Boden. Weiter innen steigt der Boden an, die Decke senkt sich, und scharfkantige Gesteinsblöcke, die von oben abgebrochen sind, bedecken den Untergrund. Die Decke ist einsturzgefährdet, und Frostsprengung ist deutlich zu erkennen - interessanterweise verstärkt sie sich mit zunehmender Entfernung vom Eingang, da im hinteren Bereich mehr Wasser einsickert, während der Eingang völlig trocken bleibt. Die Atmosphäre wirkt roh und industriell, umgeben von bewaldeten Hängen.
AnfahrtUrsprünglich ein vollständig künstlicher Stollen, diente die Höhle vermutlich als Sprengschutz und Lagerraum, und im Laufe der Zeit haben Deckeneinstürze ihr ein zunehmend höhlenartiges Erscheinungsbild verliehen.