Auf 2.291 Metern Höhe, am Rand einer senkrechten Felswand, die direkt ins Prahovatal hinabstürzt, erhebt sich eines der eindrucksvollsten Denkmäler der gesamten Karpaten. Das Heldenkreuz auf dem Berg Caraiman ist fast 40 Meter hoch und vom Guinness-Buch der Rekorde als das höchste Kreuz der Welt auf einem Berggipfel ausgezeichnet. Wer es zum ersten Mal aus dem Morgennebel auftauchen sieht oder nachts von Hunderten Lichtern beleuchtet erblickt, wird diesen Anblick so schnell nicht vergessen.
Das Bucegi-Massiv, in dem der Caraiman liegt, bietet einige der dramatischsten Aussichten Rumäniens. Von der Plattform rund um das Kreuz schweift der Blick über das gesamte Prahovatal — bei klarem Wetter ist sogar Ploiești zu erkennen — während die Stadt Bușteni fast senkrecht unter einem liegt. Die Ostflanke des Caraiman fällt 1.400 Meter tiefer ins 'Trockene Tal' (Valea Seacă) ab. Im Sommer ist das Plateau grün und von Wanderern belebt, im Herbst leuchtet es in Gold und Purpur, und im Winter verwandelt der Wind die Metallstruktur des Kreuzes in eine bereiften Skulptur. Jede Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Charakter.
Das Kreuz wurde zwischen 1924 und 1928 zum Gedenken an die rund 30.000 rumänischen Soldaten errichtet, die während des Ersten Weltkriegs in den Kämpfen im Prahovatal gefallen sind. Die Stahlkonstruktion, mit fast 7.000 Nieten zusammengefügt, besteht aus eingeschmolzenem Altmetall — den Überresten von Brücken, die in eben jenem Krieg zerstört wurden.
Anfahrt und AufstiegEntgegen der weit verbreiteten Legende geht die Idee zum Bau des Kreuzes nicht auf Königin Maria zurück — die angeblich von den Bucegi-Bergen 'mit dem Blut der Helden besprengt' geträumt haben soll — sondern auf die Gemeinde von Bușteni und einen ortsansässigen alten Bürger, der 1921 vorschlug, ein Denkmal 'an einem hohen Ort, von überall sichtbar' zu errichten.