Mitten in den Rychlebské hory (Reichensteiner Gebirge), im stillen Dorf Nové Vilémovice (Neu-Wilmsdorf), steht ein schlichtes Holzkreuz an der Stelle einer Kirche, die über 200 Jahre lang das spirituelle Zentrum dieser Berggemeinschaft war. Wer hierher wandert, begegnet nicht nur schöner Natur, sondern auch einer tief bewegenden Geschichte von Aufbau, Zerstörung und Erinnerung.
Das Dorf liegt auf 550–650 m Höhe im Tal des Lánský-Baches, eingebettet zwischen den Gipfeln Stážiště (813 m) und Roveň (778 m). Die Landschaft wechselt zwischen Wald und mageren Wiesen — typisch für die sudetischen Bergdörfer, die nach den Nachkriegsvertreibungen ihren ursprünglichen Charakter verloren. Im Sommer laden sanfte Hügel zum Wandern ein, im Herbst leuchten die Wälder in warmen Farben, und im Winter liegt eine fast greifbare Stille über dem Tal.
Anreise und ZugangDie Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1765 dank der Stiftung von Johann Georg Freud erbaut, der sein gesamtes Vermögen für den Bau von Kirche und Pfarrhaus in Neu-Wilmsdorf hinterließ. Sie diente der Gemeinde über zwei Jahrhunderte, bevor sie 1976 durch einen tragischen Brand — ausgelöst durch glimmende alte Schindeln — vollständig zerstört wurde. Das heutige Kreuz wurde 1992 in Anwesenheit von 200 Menschen geweiht.