Der Kamenistasattel (poln. Pyszniańska Przełęcz, slow. Pyšné sedlo) liegt auf 1.787 m Höhe im Hauptkamm der Westlichen Tatra, eingeklemmt zwischen den Gipfeln Kamienista (2.127 m) und Błyszcz (2.158 m). Dieser Pass war seit Jahrhunderten einer der wichtigsten Übergänge zwischen dem polnischen Podhale und dem slowakischen Liptau — und diese Atmosphäre eines echten Grenzpunkts ist bis heute zu spüren.
Das Gelände im Sattel ist aus kristallinen Gneisen und Graniten aufgebaut, was ihm ein urwüchsiges, zeitloses Aussehen verleiht. Im Sommer blühen Almwiesen, und in den Mulden des Geländes verbergen sich rund zehn flache, periodische Tümpel. Nach Süden fallen die Hänge in das slowakische Kamienista-Tal ab, nach Norden ins polnische Pyszniańska-Tal, den oberen Teil des Kościeliska-Tals. Die Weitsicht in beide Richtungen ist beeindruckend, und die Einsamkeit hier ist garantiert — ein striktes Naturschutzgebiet auf polnischer Seite hält den Besucherstrom gering.
So erreichen Sie den AussichtspunktIn der Nähe des Passes wächst die Spießweide — eine seltene arktisch-alpine Pflanzenart, für die dies einer von nur vier bekannten Standorten in der gesamten polnischen Tatra ist. Im Zweiten Weltkrieg nutzten Tatra-Kuriere genau diesen Übergang für gefährliche Geheimmissionen.