Die Tetmajerscharte ist der markanteste Einschnitt im Massiv der Gerlachspitze — dem höchsten Gipfel der Karpaten. Diese tiefe Scharte im Grat zwischen dem Gerlach und dem Hinteren Gerlach in der Hohen Tatra hat einen unverkennbar alpinen, wilden Charakter, der Bergbegeisterte sofort in seinen Bann zieht.
Die Scharte liegt im Herzen des Gerlach-Massivs und wird von zwei ausgeprägten Rinnen flankiert: dem Walowy-Żleb, der nach Südwesten ins Batizovska-Tal abfällt, und dem Darmstädter-Couloir, das nach Nordosten ins Velická-Tal führt. Das Gelände ist steil und felsig — in den schattigen Rinnen hält sich Schnee oft bis weit in den Frühling hinein. Im Winter verwandelt sich die Scharte in ein ernsthaftes Hochgebirgsziel, das nur erfahrenen und gut ausgerüsteten Bergsteigern vorbehalten ist. An einem klaren Sommertag bietet sich von hier ein atemberaubender Blick auf die umliegenden Tatragebirge.
So erreicht man die ScharteDen Namen erhielt die Scharte im Jahr 1902 — die polnische Seite benannte sie zu Ehren von Kazimierz Przerwa-Tetmajer, einem der bedeutendsten polnischen Dichter des Fin de Siècle, der die Tatra liebte und literarisch verewigt hat.