Cheile Tătarului ist eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften der Bucegi-Berge — ein Naturschutzgebiet, in dem wilde Schluchten, senkrechte Kalksteinwände, Höhlen und artenreiche Bergwiesen auf rund 1800 m Höhe aufeinandertreffen. Wer Geologie, Botanik und unberührte Bergkulisse auf einmal erleben möchte, ist hier genau richtig.
Das Reservat erstreckt sich zwischen dem Padina-Plateau und dem Bolboci-See entlang des Oberlaufs des Flusses Ialomița im nordöstlichen Zipfel des Kreises Dâmbovița. Die Landschaft wechselt ständig ihr Gesicht: senkrechte, vom Wasser geformte Kalkwände, Karstdolinen, Schutthalden, dichte Bergwälder und offene Wiesen. Im Sommer erblühen seltene und endemische Arten — darunter die Dakische Schwertlilie (Iris dacica), der Gelbe Enzian (Gentiana lutea), die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron myrtifolium) und die lokal endemische Unterart der Nachtviole (Hesperis matronalis ssp. moniliformis). Im Winter verleihen Schnee und Eis der Schlucht eine dramatische, fast unwirkliche Atmosphäre.
So erreicht man das ReservatDie Kalksteinwände der Schlucht bergen Fossilien von Schneckengehäusen und Mollusken, die etwa 165 Millionen Jahre alt sind und aus dem Bathonium und Callovium des Jura stammen — jede Felswand ist ein aufgeschlagenes Kapitel der Erdgeschichte.