Der Vysoký kámen im Erzgebirge ist eine der eindrucksvollsten Felsformationen der böhmisch-deutschen Grenzregion. Bis zu 20 Meter hohe Quarzitklippen ragen aus dem bewaldeten Kamm, und von der Aussichtsplattform auf 780 Metern Höhe genießt man ein Rundpanorama über das Erzgebirge, den Kaiserwald und das Fichtelgebirge. Das Gebiet steht als Naturdenkmal unter Schutz und ist Teil des europäischen Schutznetzes Natura 2000.
Die Landschaft wirkt rau und ursprünglich — im besten Sinne. Der dunkelgraue Quarzit, seine Farbe verdankt er eisenreichen Mineralen wie Hämatit und Ilmenit, hebt sich markant vom Heidekraut, den Preiselbeeren und Heidelbeeren ab, die die felsigen Terrassen besiedeln. Um die Türme herum erstrecken sich Blockfelder, klassische Zeugen der eiszeitlichen Frostverwitterung. Im Herbst leuchten Heide und Beeren in Purpur und Gold, im Winter verleiht Schnee den Felsen eine fast alpine Dramatik. Für Flechtenkenner ist der Standort besonders interessant: Arten der Gattungen Umbilicaria, Cladonia und Parmelia machen diesen Fels wissenschaftlich bedeutsam.
Anreise und ZugangBereits 1883 entstand unmittelbar unter den Felsen ein Gasthaus für Ausflügler — es brannte nieder. Sein Nachfolger brannte ebenfalls, ebenso der dritte Bau. Nach 1945 fiel das Gelände in die Grenzschutzzone, und die verbliebenen Gebäude samt einer Kapelle von 1870 wurden gesprengt. Was blieb, sind die Felsen — und die sind unverwüstlich.