Im Böhmischen Paradies versteckt sich ein geologisches Kleinod, das die meisten Wanderer nie zu Gesicht bekommen: der Tachover Wasserfall, eine rund zehn Meter hohe Travertinkaskade mit Sinterkrusten, Felshöhlen und sogar einem winzigen Stalagmiten unter dem Felsüberhang. Wer den Weg hierher findet, wird mit einem stillen, unberührten Naturerlebnis belohnt.
Ein namenloser Bach hat sich durch weiche kalkhaltige Tonsteine ein enges Tal gegraben und stürzt dort, wo er auf eine harte Sandsteinwand trifft, als Kaskade hinab. Die Felsen sind mit Kalkabsätzen und Sinterbelägen überzogen und erinnern an eine Miniaturversion tropfsteinreicher Höhlen. Im Frühling blüht hier das geschützte Märzenknotenblümchen (Leucojum vernum) in weißen Büscheln entlang des Bachufers — ein zarter Kontrast zur rauhen Gesteinskulisse. Im Sommer spendet die enge Schlucht angenehmen Schatten, im Herbst schimmern die in den Travertin eingeschlossenen Blätter wie ein Naturarchiv.
Anreise und ZugangIm hiesigen Travertin wurden neben eingeschlossenen Baumblättern auch Fragmente von Haushaltsabfällen gefunden — ein Hinweis darauf, dass diese beeindruckende Kaskade geologisch gesehen ein sehr junges Naturgebilde ist.