Das NPR Radhošť ist eines der wertvollsten Naturschutzgebiete in den tschechischen Beskiden — ein weitläufiges Waldreservat, in dem uralte Buchenwälder, sturmgepeitschte Gipfelfichtenwälder und tiefe Felsschluchten eine Landschaft formen, die sich noch immer wirklich wild anfühlt. Luchse durchstreifen die Hänge, seltene Spechte brüten in morschen Altbäumen, und eine fast nur hier vorkommende Karpaten-Endemitenpflanze blüht still im Unterholz.
Das Reservat erstreckt sich über die steilen Nordhänge des Berges Radhošť zwischen 660 und 1120 Metern über dem Meeresspiegel in den Mährisch-Schlesischen Beskiden. Das Herzstück bilden mehrschichtige alte Buchenwälder mit Beimischung von Weißtanne und Bergahorn; die höchsten Lagen sind von offenen, wettergeplagten Fichtenbeständen geprägt, die von Ende Oktober bis Anfang Mai unter Schnee und Raureif liegen. Im Sommer bieten die schattigen Schluchten des Radhoštnice-Baches angenehme Kühle, im Herbst verwandeln die Buchen die Hänge in ein leuchtendes Meer aus Gold und Kupfer. Mit über 95 nachgewiesenen Moos- und Lebermoosarten gilt das Gebiet als außergewöhnlich reich an Bryophyten.
Anreise und ZugangWer botanisch interessiert ist, sollte nach dem Mährischen Eisenhut (Aconitum firmum subsp. moravicum) Ausschau halten — einem Endemiten der Westkarpaten, der auf der europäischen Roten Liste steht und zu den besonderen Schätzen dieses Reservats gehört.