Wer echten Urwald in den Beskiden erleben möchte, sollte das Nationale Naturreservat Mazák kennen. Es liegt auf den steilen Westhängen der Lysá hora (1323 m ü. M.) — dem höchsten Gipfel der Mährisch-Schlesischen Beskiden — und beherbergt einige der am besten erhaltenen Tannen-Buchen-Urwälder der gesamten Karpaten.
Das Reservat erstreckt sich von etwa 715 m bis auf 1315 m Höhe und umfasst rund 93 Hektar wild zerklüftetes Gelände zwischen den Kammausläufern Lukšinec und Kobylanka. Beim Aufstieg durchquert man verschiedene Vegetationsstufen: Üppige Buchenwälder prägen die unteren Hänge, in mittleren Lagen gesellen sich Weißtanne, Bergahorn und Esche dazu, während zum Gipfel hin die Fichte dominiert. Liegendes Totholz und abgestorbene Stämme gehören bewusst zum Schutzkonzept — sie sind unverzichtbar für die natürliche Waldverjüngung. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz: Das Frühjahr bringt zartes Grün und Vogelstimmen, der Sommer kühle Schatten unter alten Baumkronen, der Herbst ein Feuerwerk aus Gold und Kupfer in den Buchenkronen, und der Winter verwandelt das Reservat in eine stille, schneebedeckte Wildnis.
Anreise und ZugangswegeÜber 250 Jahre lang gehörten diese Wälder den Habsburgern, die sie wegen ihrer Vorliebe für Auerhühner und die Jagd schützten — ein aristokratisches Erbe, dem wir es heute verdanken, dass dieser einzigartige Urwald noch existiert.