Das Drachenseetal — auf Polnisch Dolinka Smocza, auf Slowakisch Dračia dolinka — ist eines der einsamsten und ursprünglichsten Täler der Hohen Tatra auf slowakischem Gebiet. Als Seitental der Zlomisková dolina besitzt es keinerlei markierte Wanderwege und zählt zu den am seltensten besuchten Tälern des gesamten Tatra-Gebirges.
Das Tal wird von beeindruckenden Graten und Gipfeln eingerahmt: im Osten der Drachengipfel (Dračí štít, 2523 m) mit den gezackten Ošarpance (2327 m), im Nordosten der Hauptkamm der Hohen Tatra von Vysoká bis zum Ťažký štít, im Westen der Popradský hrebeň mit dem Veľké Kôpky (2354 m). Dieses felsige Amphitheater erzeugt eine intime, leicht düstere Atmosphäre — besonders beeindruckend im Spätsommer, wenn die Drachenseen die grauen Felswände spiegeln. Im Winter und frühen Frühjahr liegt das Tal tief verschneit und ist kaum erreichbar.
Die Kostbarkeiten des Tals sind die Drachenseen: der große Dračie pleso (auch Šarkanie pleso genannt), der kleinere Malé Dračie pleso sowie die geheimnisvollen Dračie oká ('Drachenaugen'). Der einzige Wasserlauf ist der Smoczy Potok, der teilweise unterirdisch fließt, bevor er in den Zmarzły Potok mündet.
Anreise und ZugangDer Name 'Drachensee' geht auf alte Legenden zurück, wonach ein Drache in den Tiefen des Sees gehaust haben soll — die karge, felsumrahmte Kulisse gibt solchen Geschichten noch heute einen glaubwürdigen Rahmen. Als erste namentlich bekannte Besucher galten Tytus Chałubiński und seine Begleiter, die am 10. August 1876 hierher kamen.