Das Tychatal — auf Slowakisch Tichá dolina, auf Polnisch Dolina Cicha Liptowska — ist eines der wildesten und weitläufigsten Täler der Westlichen Tatra und ein echtes Paradies für alle, die abseits des Trubels der bekannten Tatra-Hotspots unterwegs sein möchten. Das Tal öffnet sich auf 950 m Höhe bei Podbaňské und empfängt seine Besucher mit einer Stille und Weite, die im heutigen Tatra-Tourismus selten geworden ist.
Das Tal entsendet 24 Seitentäler und Runsen in alle Richtungen und wird von imposanten Kämmen umrahmt: Im oberen Teil berührt es den Hauptkamm der Hohen Tatra — vom Hladký štít über die Svinica bis zum Ľaliové-Sattel — während der größte Teil des Tals geologisch zu den Westlichen Tatra gehört. Die Landschaft ist ein Lehrbuchbeispiel glazialer Formgebung: breiter Trogtalboden, Hängeterrassen, fünf kleine Bergseen (Plesá) und Bergrücken mit weiten Panoramen. Im Sommer leuchten Almwiesen und Latschenkiefern, im Herbst verwandelt sich das Tal in ein goldenes Farbenmeer, im Winter herrscht eine fast mystische Stille. Der Name 'Tichy' bedeutet 'still' — er bezieht sich allerdings nicht auf menschliche Leere, sondern auf den ruhigen, gleichmäßigen Lauf des Tichý-Baches, der so auffällig sanft dahinfliesst im Vergleich zu den meisten Tatrabächen.
Anreise und ZugangswegeGeschichtsinteressierte aufgepasst: Im Zweiten Weltkrieg war das Tychatal eine wichtige Schmuggel- und Kurierroute der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa) zwischen dem slowakischen Liptov und dem polnischen Podhale. Und Paläontologen wissen: Hier wurden die ersten Spuren des Dinosauriers Coelurosauriichnus tatricus entdeckt — ein Meilenstein der slowakischen Fossilienforschung.
Quelle: Wikipedia (Lizenz CC BY-SA 4.0)