Der Stih (1.650 m ü. NN) im Marmarosch-Massiv der Ostkarpaten ist ein Gipfel mit einer ungewöhnlichen Geschichte: Vor dem Zweiten Weltkrieg trafen hier die Grenzen von Rumänien, der Tschechoslowakei und Polen aufeinander. Heute verläuft der ukrainisch-rumänische Grenzstein Nr. 413 genau auf dem Scheitel — und die Landschaft ist so wild und ursprünglich wie eh und je.
Der Gipfelbereich ist sanft gerundet und mit Gras, niedrigem Gebüsch, sibirischem Wacholder und Latschenfeldern bedeckt. Zwei in der Roten Liste der Ukraine geführte Arten wachsen hier: das Ostkarpaten-Rhododendron und die weiße Küchenschelle. Nach Westen öffnet sich der Blick auf die Huzulischen Alpen (Rachiwer Berge), nach Südosten auf die einsamen Tschywtschen-Berge. Der Nordgrat verbindet den Stih über die Gipfel Schtschawnyk (1.378 m) und Wykhid (1.471 m) mit dem Pip Iwan Tschornohirskyi (2.028 m).
AufstiegsmöglichkeitenDie Tatsache, dass am Stih einst drei Länder zusammentrafen, macht diesen stillen Grasberggipfel zu einem der geschichtlich faszinierendsten Punkte der gesamten Karpaten.