Stellen Sie sich einen Wald vor, der vor 291 Millionen Jahren von einem Vulkanausbruch verschüttet wurde und dabei so gut erhalten blieb, dass er fast lebendig wirkt — das ist der Versteinerte Wald von Chemnitz, eine der bedeutendsten paläobotanischen Fundstätten Europas. Hier steht das größte Pflanzenfossil des gesamten Kontinents, und die Exponate beeindrucken oft mehr als so mancher Gipfelblick.
Dies ist kein klassisches Wanderziel, sondern eine Reise in eine Zeit, als riesige Baumfarne, Schachtelhalme und Bärlappe die Landschaft des heutigen Sachsens prägten. Der Ausbruch des Zeisigwald-Vulkans, vergleichbar an Wucht mit dem Mount St. Helens 1980, entwurzelte und verschüttete ganze Baumriesen unter kieselsäurehaltiger Vulkanasche, wodurch das Holz nach und nach zu Stein wurde. Heute sind Stämme und Wurzeln im Museum für Naturkunde Chemnitz zu sehen, das im Kulturkaufhaus DAStietz untergebracht ist — ein stimmungsvoller Ort, der sich besonders im Herbst und Winter lohnt und in den wärmeren Monaten ideal Wanderungen in der Umgebung ergänzt.
AnfahrtKurioses am Rande: Ein 3,7 Meter hoher Stamm wurde 1752 mit einem Gespann aus 28 Pferden nach Dresden transportiert — er ging 1849 beim Zwinger-Brand verloren, ziert aber bis heute das Logo des Museums.