Die Wang-Kirche in Karpacz (Krummhübel) ist eine der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der polnischen Bergwelt — eine norwegische Stabkirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, die nach einer abenteuerlichen Reise durch halb Europa im Riesengebirge eine neue Heimat fand. Sie gilt als die älteste Holzkirche Polens und ist bis heute eine lebendige evangelische Kirchengemeinde.
Das Kirchlein steht im oberen Teil von Karpacz, eingebettet zwischen alten Bäumen und einer Steinmauer des Friedhofs. Ein hoher steinerner Glockenturm schützt den hölzernen Bau vor den stürmischen Winden von der Schneekoppe. Die Atmosphäre ist zu jeder Jahreszeit besonders — im Sommer bietet die Kirche einen schattigen Rückzugsort inmitten des Touristentrubels, im Herbst leuchten die umliegenden Wälder in warmen Farben, und im Winter sieht das verschneite Kirchlein aus wie dem nordischen Märchen entsprungen. Die reich geschnitzten Portale, vier originale Holzsäulen und nordische Löwenfiguren beeindrucken auch Besucher, die sich sonst wenig für Architektur interessieren.
AnreiseVon den originalen norwegischen Bauteilen ist erstaunlich wenig erhalten geblieben — der Bauleiter schätzte 1844, dass nur etwa ein Fünfzehntel der ursprünglichen Kirche tatsächlich transportiert worden war. Der Rest wurde anhand von Zeichnungen nachgebaut, was die Geschichte dieses Ortes noch faszinierender macht.