Hoch über dem Račí-Bach thront die Ruine des Reichensteins — eine der geheimnisvollsten Burgen Schlesiens, denn weder ihr ursprünglicher Name noch ihre Erbauer sind bekannt. Wer sich hierher aufmacht, wird mit wilder Natur, beeindruckenden Mauerresten und einer spürbaren historischen Atmosphäre belohnt.
Auf einem schmalen Felsvorsprung des Přilbový vrch, etwa 425 Meter über dem Meeresspiegel, fallen die Überreste eines gewaltigen Bergfrieds von über 10 Metern Durchmesser und ovaler Ringmauer sofort ins Auge. Das Gelände fällt steil zum Bach ab — im Sommer dicht bewaldet und kühl, im Herbst farbenprächtig, im Winter einsam und fast meditativ. Massentourismus? Fehlanzeige. Hier fühlt man sich wie ein Entdecker.
Anreise und ZustiegArchäologische Funde — verbrannte Pfeilspitzen, Waffen, Brandspuren — deuten darauf hin, dass die Burg in einem einzigen verheerenden Angriff zerstört wurde, womöglich im Frühjahr 1428 durch hussitische Truppen auf dem Zug gegen den Breslauer Bischof.