Nahe dem Gipfel des Kapellenbergs — so hieß der Tâmpa bei den Deutschen lange Zeit — liegen die bescheidenen Überreste einer kleinen Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, die eine ganz eigene, melancholische Faszination ausstrahlen. Wer von Kronstadt aus den Berg besteigt, wird mit Geschichte und einer herrlichen Aussicht belohnt.
Der Tâmpa erhebt sich fast 400 Meter über Brașov und ist ringsum von der Stadt umschlossen — ein seltenes Naturschauspiel. Seine bewaldeten Hänge sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen und beherbergen Braunbären, Luchse und eine beeindruckende Artenvielfalt an Schmetterlingen. Die Kapellenruinen befinden sich nahe dem Gipfel, von wo aus sich bei klarem Wetter ein weiter Blick über das Burzenland öffnet. Im Sommer grünt der Wald satt, im Herbst leuchtet er in warmen Tönen, und im Winter verleiht der Schnee der Szenerie eine stille Erhabenheit.
Anreise und AufstiegDie Kapelle wurde um 1714 vom Kronstädter Senator Johann Draudt, einem Konvertiten zum Katholizismus, erbaut. Sie wurde mehrfach geplündert, bis am 10. Juni 1737 ein Blitz in das Innere einschlug und dabei ein Schneiderpaar tötete, das dort Schutz gesucht hatte. Der Berg trug danach lange den deutschen Namen 'Kapellenberg' — ein stilles Echo jener bewegten Geschichte.