Die Burg Pniw ist eine der eindrucksvollsten mittelalterlichen Ruinen in den ukrainischen Karpaten — eine mächtige Festung aus groben, behauenen Steinblöcken, die jahrhundertelang eine wichtige Handelsroute von Ungarn nach Lemberg und Krakau bewachte. Sie liegt am südwestlichen Stadtrand von Nadwirna, an der Grenze zwischen der Huzulei und Pokuttia, und versprüht noch heute eine rauhe, faszinierende Atmosphäre.
Die Mauern, von lokalen Bauern aus karpatischem Gebirgsstein errichtet und bei späteren Umbauten teils mit rotem Ziegel ergänzt, zeugen von der einstigen Stärke der Anlage. Am besten erhalten ist die Nordmauer — sie steht noch in ihrer ursprünglichen Höhe, und selbst Reste des alten Putzes sind zu sehen. Der östliche Abschnitt zeigt deutlich, wie viel tiefer das Geländeniveau im Inneren der Burg im Vergleich zur Umgebung liegt. Im Herbst, wenn sich die Hügel rund um Nadwirna in Gold und Kupfer färben, wirken die Ruinen besonders malerisch. Im Sommer bieten sie einen angenehm kühlen Halt bei einem Ausflug aus der Stadt.
AnreiseDie Burg diente einst als Zollposten auf einer der bedeutendsten Handelsrouten der Region — und genau um sie herum entstand die Stadt Nadwirna. Im Jahr 1676 belagerten osmanische Truppen die Festung mit aller Macht, doch die Burg hielt stand und wurde nie eingenommen.