Das Kloster Sinaia, liebevoll 'Kathedrale der Karpaten' genannt, ist eines der eindrucksvollsten Sakraldenkmäler Rumäniens — und gleichzeitig der Ursprung der Stadt Sinaia selbst. Gegründet im Jahr 1695 vom Großspatar Mihai Cantacuzino, der sich von einer Pilgerreise zum Berg Sinai inspirieren ließ, ist es das älteste Bauwerk der Region und ein lebendiges Museum rumänischer Kunst und Spiritualität.
Eingebettet in dichte Karpatenwälder, besticht der Klosterkomplex durch seine vielschichtige Geschichte und eine fast märchenhafte Atmosphäre. Im alten Hof steht die Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Brâncovenesc-Stil — mit fein gemeißelten Steinsäulen und Blumenmotiven — und bewahrt noch immer die originalen Fresken des Malers Pârvu Mutu. Der neue Hof, zwischen 1842 und 1846 erbaut, wird von einer größeren Kirche mit neobyzantinischen Ölgemälden auf goldenem Mosaikhintergrund dominiert. Das Kloster ist zu jeder Jahreszeit sehenswert: im Winter unter einer Schneedecke ebenso stimmungsvoll wie im Sommer im sattgrünen Waldrahmen.
AnreiseEine besondere Kuriosität: König Carol I. und Königin Elisabeth lebten vor dem Bau von Schloss Peles elf Jahre lang im Kloster — dieses stille, geistliche Refugium ist also auch ein Stück rumänischer Königsgeschichte.