Stellen Sie sich eine abgelegene Lichtung tief in den Wäldern der Beskiden vor, wo sich vor Jahrhunderten Protestanten heimlich zum Gebet versammelten, unter der Drohung von Verfolgung. Das sind die Waldkirchen - einige der außergewöhnlichsten Erinnerungsorte im Teschener Schlesien, stille Zeugen der Gegenreformationszeit (1654-1709), als ein einfacher Stein im Wald zum Altar wurde.
Neun solcher Orte sind heute in den Schlesischen und Mährisch-Schlesischen Beskiden erhalten - sechs auf polnischer, drei auf tschechischer Seite. Jeder hat seinen eigenen Charakter: ein flacher Felsblock auf der Równica im Schatten alten Baumbestands, ein in den Hang des Wysokie bei Jaworze gemeißeltes Amphitheater oder ein bescheidener Stein an der Gabelung eines Baches in Ostre. Im Frühling und Sommer erwachen diese Orte während Gottesdiensten und Jugendtreffen zum Leben, im Herbst und Winter versinken sie in einer Stille, die den Geist jener Zeit wirklich spürbar macht.
AnfahrtDie faszinierendste Geschichte gehört dem 'Kamień' auf der Równica - 1904, zum 250. Jahrestag der ersten Gottesdienste, wurde eine nahe Quelle eingefasst und eine Gedenktafel angebracht, die bis heute Gläubige aus entfernten Gemeinden anzieht.