Kaum jemand erwartet, dass diese unscheinbare Kapelle in der Czarniecki-Straße in Jawor eine über sechshundertjährige Geschichte birgt, die bis zu einer mittelalterlichen Synagoge zurückreicht. Hier kreuzen sich die Wege zweier Religionen und Kulturen, und jeder Stein scheint eine andere Epoche zu erzählen.
Das Gebäude wurde 1364 als Synagoge errichtet und diente jahrzehntelang der jüdischen Gemeinde der Stadt. Die turbulenten Ereignisse des 15. Jahrhunderts veränderten seine Bestimmung für immer - nach einer antisemitischen Hetzkampagne von 1435, die die jüdische Bevölkerung zum Verlassen der Stadt zwang, wurde das Gebäude mit Zustimmung von König Albrecht II. zu einer katholischen Kirche umgebaut. Bei einem Spaziergang durch Jawor lohnt es sich, an diesem unscheinbaren Bauwerk innezuhalten und die Geschichte zu spüren, die es in sich trägt - ein seltenes Beispiel für eine Kultstätte, die mit dem Schicksal der Stadtbewohner ihre Konfession wechselte.
AnfahrtInteressant: Ab 1446, nach Fertigstellung des städtischen Krankenhauses, diente das Gebäude als Krankenhauskapelle zu Ehren des heiligen Adalbert - dieser Name blieb bis heute erhalten, obwohl vom Krankenhaus selbst nichts mehr übrig ist.