In einem historischen Gehöft mitten in Skalná verbirgt sich ein kleines, aber faszinierendes Museum, das von etwas erzählt, das man in Tschechien kaum vermuten würde - Erdbeben. Es ist das einzige seismische Museum des Landes und liegt ausgerechnet in der einzigen Region, die regelmäßig bebt.
Das Egerland (Chebsko) bildet zusammen mit dem angrenzenden deutschen Vogtland das einzige Gebiet Tschechiens mit regelmäßiger seismischer Aktivität, bekannt für sogenannte Erdbebenschwärme - Hunderte schwächerer Erschütterungen über Tage oder Monate hinweg. Das Museum wurde im Dezember 2015 anlässlich des 30. Jahrestags des stärksten je registrierten Bebenschwarms eröffnet, der im Winter 1985/1986 eine Magnitude von 4,6 erreichte. Die Ausstellung befindet sich in zwei Erdgeschossräumen eines historischen Gehöfts aus dem Jahr 1541 in der České ulice und zeigt zahlreiche Poster zur Geschichte der Erdbebenbeobachtung - von historischen Zeichnungen bis zu modernen seismografischen Aufzeichnungen - sowie echte Messgeräte, die Besucher teilweise selbst ausprobieren können.
AnreiseWissenswert: Tief unter der Burg, in einem alten Granitstollen, lauschen Wissenschaftler noch heute den Erschütterungen der Erde - ein stiller Beweis dafür, dass diese Ecke Böhmens geologisch alles andere als ruhig ist.