Das Kaiserbad in Karlsbad — tschechisch Císařské lázně — zählt zu den prächtigsten Kurbauten Mitteleuropas: ein neurenaissance-ischer Palast aus dem Jahr 1895, der einst das glanzvolle Zentrum des Kurlebens der Stadt bildete. Nach einer umfassenden Sanierung, die im Juni 2023 abgeschlossen wurde, erstrahlt das Gebäude in neuem alten Glanz und lädt jeden Besucher ein, in seine wechselvolle Geschichte einzutauchen.
Das Kaiserbad erhebt sich an der Mariánskolázeňská-Straße am Ufer der Tepla, am südlichen Rand der berühmten Karlsbader Kurpromenade. Entworfen vom renommierten Wiener Atelier Fellner und Helmer im Stil der französischen Neorenaissance, beeindruckt die Fassade mit Türmchen, reich verzierten Reliefs und großzügigen Bogenfenstern. Im Inneren wartet im Obergeschoss der Zandersaal mit Wandmalereien, auf denen berühmte Kurgäste verewigt sind — darunter Königin Maria Theresia, Johann Wolfgang von Goethe und Bohuslaw Hasenstein von Lobkowicz. Im historischen Atrium verbirgt sich ein moderner Multifunktionssaal aus rotem Stahl, entworfen von Architekt Petr Hájek, der auf sechs Stützen ruht, ohne die historischen Wände zu berühren. Die Atmosphäre verbindet kaiserliche Grandezza mit einem lebendigen Kulturleben der Gegenwart.
AnreiseEin Kuriosum: Über dem Haupteingang sind in Stein die Namen der bedeutendsten Karlsbader Kurärzte eingemeißelt — doch der Schweizer Arzt Jean de Carro, der das Kaiserbad in Westeuropa bekannt machte, fehlt dort. Der deutschsprachige Stadtrat mochte seine Frankophonie nicht; seine Büste fand erst 1968 einen Platz auf dem prunkvollen Treppenhaus.