Micia ist eine der bedeutendsten römischen Fundstätten im antiken Dakien — eine weitgehend unbekannte Perle am linken Ufer des Mureș, die Geschichtsbegeisterte mit echten Überresten einer einst blühenden Siedlung belohnt. Straßenraster, Thermen, ein Amphitheater und sogar ein Hafen mit gemauerten Kais zeugen davon, dass hier einmal echtes römisches Stadtleben pulsierte.
Die Ruinen befinden sich im Dorf Vețel im Kreis Hunedoara, direkt gegenüber dem Wärmekraftwerk von Mintia. Das Gelände liegt flach in der breiten Mureș-Ebene — offen, ruhig und weit entfernt vom Massentourismus. Zwischen den Feldern und vereinzelten Mauerresten entfaltet sich eine stille, fast meditative Atmosphäre, die besonders im Frühling und Herbst ihren besonderen Reiz hat. Wer sich die Zeit nimmt, hier zu verweilen, spürt, wie viel Geschichte dieser unscheinbare Ort verbirgt.
AnreiseIm Jahr 1840 wurde hier ein Votivaltar aus dem 2.–3. Jahrhundert n. Chr. entdeckt, der dem Gott Silvanus gewidmet war. Die Inschrift belegt, dass Micia eine Schlüsselrolle bei der Verwaltung der Salzbergwerke im römischen Dakien spielte — ein erstaunlicher Hinweis auf die einstige imperiale Bedeutung dieses stillen Ortes.