Wer historische Orte mit einem Hauch von verblasster Pracht statt frisch polierter Restaurierung mag, sollte das Schlossensemble Wesselényi in Jibou nicht verpassen. Kein makelloses Postkarten-Schloss, sondern ein authentischer, leicht melancholischer Komplex, der noch auf sein zweites Leben wartet.
Zum Ensemble gehören das Hauptschloss, ein englischer Park, ein altes Herrenhaus aus dem Jahr 1702, eine Reithalle, ein Gewächshaus, ein Stall und eine Familiengruft auf einem nahen Hügel. Ein Spaziergang durch den einstigen Park, heute teilweise ein botanischer Garten, vermittelt noch immer das Gefühl eines Adelssitzes aus dem 18. Jahrhundert, auch wenn viele Elemente während der kommunistischen Ära entfernt wurden. Im Sommer bieten das Grün und die steinernen Löwen vor dem Schloss eine eindrucksvolle Kulisse, im Winter verleihen die stillen, leeren Alleen dem Ort eine geheimnisvolle Stimmung.
AnfahrtÜbrigens: Die Inschrift zur Erbauung des Stalls von 1775 wurde erst kürzlich wiederentdeckt, nachdem Putz abgefallen war - darauf ist eine Pferdeskulptur desselben Bildhauers zu sehen, der auch am berühmten Schloss Bonțida arbeitete.