Der Obidza-Pass (938 m ü. NN.) ist ein weitläufiger, flacher Übergang im Hauptkamm des Radziejowa-Gebirges in den Beskiden von Sącz — und gleichzeitig einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Region. Von den Wiesen der Litawcowa-Lichtung auf der Südseite des Passes schweift der Blick weit über die Pieninen bis hin zu den majestätischen Gipfeln der Tatra. Wer einmal hier gestanden hat, kommt gerne wieder.
Der Pass liegt zwischen Mały Rogacz (1162 m) und einem unscheinbaren Rückengipfel von 943 m — er ist also ein eher sanfter Einschnitt im Gelände. Die nördlichen Hänge sind dicht bewaldet, was den Pass vor Wind schützt und gleichzeitig die Aussicht nach Norden versperrt. Dafür öffnet sich die Südseite auf offene Wiesenflächen mit herrlichem Panorama. Im Winter, bei klarem Wetter, leuchten die verschneiten Tatragipfel wie eine Postkarte. Im Sommer lädt die ruhige Atmosphäre zum Verweilen ein. Knapp oberhalb des Passes, an den Hängen des Mały Rogacz, trennen sich der rote und der blaue Wanderweg — markiert von einer alten, mächtigen Buche mit einem kleinen Wegkapellchen, die schon Generationen von Wanderern begleitet hat.
Wie man den Aussichtspunkt erreichtDirekt unterhalb des Passes entspringt der Bach Biała Woda — ein stilles Zeichen dafür, dass dieser unscheinbare Übergang im Herzen der Karpaten eine besondere Rolle in der Landschaft spielt.