Die Schneiderbastion in Cluj-Napoca (Klausenburg) ist einer der besterhaltenen mittelalterlichen Festungstürme ganz Siebenbürgens — ein echtes Stück lebendiger Geschichte, das die Jahrhunderte nahezu unversehrt überdauert hat. Sie ist der einzige vollständig erhaltene Bastion der alten mittelalterlichen Stadtburg von Klausenburg, und ihre massiven, behauenen Steinmauern tragen noch immer die originalen Schießscharten. Wer hier steht, spürt die Geschichte förmlich in den Steinen.
Der Turm markiert die südöstliche Ecke der einstigen mittelalterlichen Stadt und beeindruckt schon aus der Ferne — ein wuchtiger, runder Turm aus grobem Bruchstein, der selbstbewusst über die umliegenden Straßen aufragt. Auf der Nordseite ist noch ein Abschnitt der Zinnenmauer mit dem Wehrgang erhalten, der einen anschaulichen Eindruck von der einstigen Befestigung vermittelt. Die Atmosphäre hier ist zu jeder Jahreszeit besonders: Im Sommer leuchtet der warme Stein im Nachmittagslicht, und der angrenzende Park lädt zum Verweilen ein; im Herbst rahmt das goldene Laub den grauen Turm malerisch ein.
So erreicht man die BastionEin düsteres historisches Detail: Im Jahr 1601 wurde nach der Schlacht bei Mirăslău der Leichnam von Baba Novac — einem General Michaels des Tapferen — in der Nähe dieser Bastion öffentlich gepfählt. Zur Erinnerung an ihn wurde 1975 ein Denkmal des Bildhauers Virgil Fulicea in der Nähe errichtet.