Die Zemská brána — auf Deutsch so viel wie 'Landestor' — ist einer der eindrucksvollsten Naturschauplätze im Adlergebirge. Hier hat sich die Wilde Adler (Divoká Orlice) tief in den Gebirgskamm eingegraben und ein enges, felsiges Tal geschaffen, das seit Jahrhunderten als symbolisches Tor nach Böhmen gilt. Wer diesen Ort einmal besucht hat, versteht sofort, warum er unter Naturschutz steht.
Das Naturschutzgebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 88 Hektar zwischen 570 und 650 Metern Höhe. Das Tal ist schmal und steil, die Hänge fallen direkt zum von Felsblöcken übersäten Flussbett hinunter. Im Frühling rauscht die Wilde Adler laut und kraftvoll; im Sommer spendet der Mischwald aus Fichten, Tannen und Buchen angenehmen Schatten; im Herbst leuchten die Hänge in warmen Farben und im Winter verwandeln sich die vereisten Felsen in eine fast mystische Landschaft. Klettersportler nutzen die zwar nicht hohen, aber stark überhängenden Glimmerschiefer-Felsen seit den 1970er Jahren.
Anreise und ZugangDie historische Steinbrücke selbst ist eine Sehenswürdigkeit: zwischen 1900 und 1903 unter Mitwirkung italienischer Fachleute erbaut, wurde sie 2004–2005 aufwendig saniert, wobei die originalen Sandsteinquader sorgfältig abgetragen, eingelagert und wieder verbaut wurden.