Das Naturschutzgebiet Hochmoor bei Zieleniec ist einer der faszinierendsten Orte in den polnischen Sudeten — eine Landschaft, die eher an arktische Tundra oder sibirische Taiga erinnert als an mitteleuropäische Berge. Dieses Hochmoor, das auf über 7.600 Jahre geschätzt wird, gilt als Relikt der Eiszeit und beherbergt seltene Pflanzen, endemische Insekten und geheimnisvolle dunkelrote Bäche.
Wer das Reservat betritt, fühlt sich wie in einer anderen Welt. Weitläufige Torfmooskissen sind von spiegelglatten Wassertümpeln durchzogen, und die Zwergbirke — eine Art mit nur drei bekannten Standorten in ganz Polen — verleiht der Landschaft ihren arktischen Charakter. Der Torf erreicht hier stellenweise eine Tiefe von bis zu 8 Metern, und die durch das Reservat fließenden Bäche leuchten dunkelrot, gefärbt durch Huminsäuren aus dem Moor — dennoch ist das Wasser trinkbar. Im Frühjahr und Sommer erwacht das Reservat zum Leben: Fleischfressende Sonnentaugewächse blühen, Wollgras bildet silbrige Teppiche, und Libellen, die in der Polnischen Roten Liste verzeichnet sind, patrouillieren über den Tümpeln. Im Herbst färben Heidel- und Moosbeeren das Moor in Rot und Gold.
AnreiseDer Schutz dieses Ortes geht auf das Jahr 1919 zurück, als hier eines der ersten Naturschutzgebiete Deutschlands eingerichtet wurde — ein Beweis dafür, wie außergewöhnlich dieser Ort seit mehr als hundert Jahren gilt.
Quelle: Wikipedia (Lizenz CC BY-SA 4.0)