Der Nationalpark Bicaz-Schlucht–Hășmaș gehört zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften der Ostkarpaten — senkrechte Kalkwände, wild rauschende Schluchten und der geheimnisvolle Rote See verbinden sich zu einem Panorama, das man so schnell nicht vergisst. Auf 6.575 Hektar werden hier einzigartige geologische, paläontologische und biologische Schätze geschützt, die für Wanderer, Naturfreunde und Geologiebegeisterte gleichermaßen faszinierend sind.
Das Gelände erstreckt sich von 575 m Höhe in Bicaz-Chei bis auf 1.792 m am Gipfel des Hășmașul Mare. Die gerundeten Kalkrücken, die einer Fastebene ähneln, brechen abrupt in die tiefen Schluchten ab, die der Bicaz-Fluss in den Fels geschnitten hat. Im Sommer leuchten die Wälder satt grün, Wasserfälle stürzen durch die Nebenklüfte von Șugău und Bicăjel. Im Herbst verwandeln Buchen und Lärchen die Hänge in ein goldenes Farbspektakel, während die grauen Kalkwände als markanter Kontrast stehen bleiben. Karstphänomene wie Dolinen, Höhlen, Lapiazfelder und der imposante Avenul-Licaș-Erdfall machen das Gebiet zu einem Lehrbuch der Landschaftskunde.
AnreiseDie Kalkwände der Schlucht stecken voller Fossilien aus dem Jura und der Kreide — Ammoniten, Belemniten, Korallen und Brachiopoden — was den Park auch für Geologen zu einem echten Schatz macht. Das erste Foto des Roten Sees wurde bereits 1864 aufgenommen, lange bevor hier eine Tourismusinfrastruktur entstand.