Der Sankt-Anna-See ist Rumäniens einziger Vulkansee — ein stilles, nahezu kreisrundes Gewässer, das auf dem Boden eines erloschenen Vulkankraters im Ciomatu-Massiv in Siebenbürgen liegt. Die Kombination aus atemberaubender Natur, außergewöhnlicher geologischer Geschichte und fast meditativer Ruhe macht diesen Ort zu einem der faszinierendsten Naturwunder der gesamten Karpaten.
Der See liegt auf 946 Metern Höhe und bedeckt eine Fläche von etwa 19,5 Hektar. Seine Ufer sind von dichten Wäldern umgeben, die sich über die Kraterwände erstrecken. Im Sommer glänzt das Wasser wie ein Spiegel, im Herbst verwandeln sich die Hänge in ein leuchtendes Farbenspiel aus Rot und Gold. Im Winter friert der See zu und liegt unter einer bis zu einem Meter dicken Eisschicht. Das Wasser selbst ist von außergewöhnlicher Reinheit — es wird ausschließlich durch Niederschläge gespeist und weist kaum Mineralien auf. Am Ufer steht eine kleine römisch-katholische Kapelle der Heiligen Anna, die dem Ort eine besinnliche Atmosphäre verleiht. Achte auf die vulkanischen Felsspalten am Kraterrand: Wenn die austretenden Gase in der Nase 'beißen', kündigt sich ein Gewitter an — ein von der Wissenschaft bestätigtes natürliches Wetterphänomen.
Anreise und ZugangAls einzige Fischart bevölkert der Brauner Zwergwels (Ameiurus nebulosus) den See — 1908 vom ungarischen Staat eingesetzt. Und die lokale Legende besagt, dass an der Stelle des Sees einst eine Burg versank, als ein mutiges Mädchen namens Ana einen grausamen Tyrannen verfluchte.